21.01.2022 Ponte de Lima, Nationalpark Peneda-Geres

Während wir nach dem Frühstück noch die Highlights von Ponte de Lima anschauen, kommen schon die ersten Pilger über die Brücke, standesgemäß mit kurzen Hosen und der baumelnden Jakobsmuschel am Rucksack. Mir wäre das bei 11 Grad doch etwas zu schattig, aber sie haben alle ein Lächeln auf den Lippen.

Marcus überlegt die beste Route in den Nationalpark und entscheidet sich dann für die längere. Warum? Um den meist gefürchtetsten Ort der Welt zu besichtigen, die Nachrichten sind seit 2 Jahren voll davon, nur ich wusste nicht, dass es ihn wirklich gibt. Ich hätte es dem urigen kleinen Bergdorf auch nicht angesehen, dass es Angst und Schrecken auf der ganzen Welt verbreitet. Aber hoffentlich ist der Spuk bald vorbei.

Der Nationalpark Peneda-Geres steht heute auf dem Programm, ein Riesengebiet mit vielen Seen, Wasserfällen, Hirschen, Wölfen und Adlern und dem Fernwanderweg GR50. Es ist noch keine Saison hier, die Schwanboote dümpeln friedlich neben den Auto- und Einhornbooten. Der gesamte Park wird gerade auf Hochglanz gebracht, Straßen sind gerade frisch geteert und die Hauptausblicke werden mit neuen Holzbrettern für die Touristen trittsicher gemacht. Der erste Wasserfall Cascatas de Fecha de Barjas hat so viele Staustufen, dass man ihn in seiner Dimension nicht fotografieren kann, man kann nur Teilkaskaden auf die Speicherkarte packen. Marcus spielt Kater Jones und springt zwischen den Kaskaden mit Kletterstufen hin und her, da fällt mir ein, dass nur er einen Autoschlüssel hat.

Der Miradouro da Pedra Bela lässt den Blick über den schier endlos See im schönen Tal zu. Noch einen Wasserfall suchen wir auf, die Hipster aus dem teuren SUV fotografieren sich gegenseitig mit voller Inbrunst vor einem winzigen Bachlauf und merken nicht, dass der richtige Wasserfall 100 m weiter auf der anderen Straßenseite ist.

Wir verabschieden uns von dem schönen Nationalpark, der ein wenig an die Eifel, den Rursee und dann mit den großen Granitblöcken wiederum an Korsika erinnert.

In Braga schlagen wir Quartier auf und sind zu hungrig und zu müde, um noch mehr zu erkunden, die Suppe des Tage im Nationalpark ( es ist in Portugal immer eine Gemüsesuppe ) reicht halt nicht aus.


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