Eselwandern Pfalz 3. Tag

Nachdem wir die letzte Nacht in Marcus Geburtstag reingefeiert haben, bereiten wir uns morgens auf den letzten Esel Wandertag vor. Da unsere Gäste weiter nach München müssen, haben wir einen Teufelsplan ausgeheckt.

Tom und ich transportieren das Gepäck wieder zurück zum Ausgangspunkt und fahren dann zum Hohe List Parkplatz zurück und gehen den inzwischen in Ludwigswinkel losgewanderten Katja und Marcus entgegen. Während Tom und ich ohne Esel auf der Strecke in Windeseile vorankommen, sieht es bei den Esel Führern nicht so effektiv aus. Die auch als Wüstentiere bekannten Esel benehmen sich als kämen sie gerade aus solcher und müssen jeden noch so grünen Grasbüschel am Wegesrand mitnehmen. Mir schwirrt dabei der Spruch meines Kollegen im Kopf rum „einem Pferd befiehlst du, mit einem Muli verhandelst du und einen Esel bittest du.“ Marcus und Katja bitten sie, dann betteln sie, dass sie doch weitergehen sollen, aber da scheint die wissenschaftliche Studie doch recht zu behalten :“Hungriger Esel =taub!“ Trotz 360 Grad Hörvermögen verstehen sie heute nur Bahnhof.

Als Tom und ich auf unsere Esel treffen, an deren Führseil Marcus und Katja hängen, sehen wir deren Erleichterung buchstäblich ins Gesicht geschrieben „Ablösung ist da!“

Und so übernehmen Tom und ich die beiden Racker, während Katja mir zuflüstert :“ich habe schon Verde Phobie!“ und während ich überlege, was das sein könnte, bemerke ich, dass ich es auch schon habe. Wenn man mit einem hungrigen Esel den Pfad entlang geht, hält man Ausschau nach den grünsten Grasbüschel und den Knospentreibenden Zweigen und hofft so inständig, dass der Esel sie nicht gesehen hat. Aber Pustekuchen, sie sehen sie alle und verbeissen sich auch in alle.

Es gibt auf jeden Fall Muskelkater in Hand, Arm und Schulter oder man bleibt einfach an der Stelle stehen und schlägt sein Zelt auf.

Okay neuer Plan: 2 Menschen an einem Esel links und rechts von ihm und dann konsequent von beiden Seiten die gleiche Meinung vertreten. So ähnlich wie bei Kinder, die erst Mama fragen und dann Papa, der Trick ist dann, die Eltern müssen sich einig sein. Unser Plan geht auf und so kommen wir oben am Hexenpfad an und schießen traumhafte Fotos, die für immer in Erinnerung bleiben „wir und unsere Esel“

Am Parkplatz Hohe List trennen sich unsere Wege, ab da sind Marcus und ich allein mit den Eisenbahnschwellen, äh Eseln. Ab jetzt bestimmen sie wieder, dass man doch besser im Schneckentempo vorangeht und sich lieber an dem köstlichen Grün sattfrisst.

Bemerkenswert ist allerdings, dass die Esel sich extrem vorbildlich benehmen, sobald andere Menschen uns entgegen kommen, da wird nicht gezerrt, nicht gefressen, sondern ganz brav nebendran getrottet. Auch irgendwie wie bei Kindern.

Bei Max angekommen sind wir ziemlich k. o. und übergeben unsere Grautiere.

Aber am Ende des Tages zählt doch nur der Erfolg, den man sich wirklich mit Arbeit und Herzblut verdient hat. Und so bluten unsere Herzen doch etwas, denn wir müssen unsere Gloria und unseren Chilli abgeben, die wir inzwischen für unsere Esel halten…

Es war eine wunderschöne, aber auch anstrengende Zeit, denn wir haben es uns viel leichter vorgestellt.

Das Erlebnis Eselwandern in der Pfalz wird man nie vergessen, versprochen!


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